Implantat oder Brücke? Keramikimplantate sind sehr gut verträglich

Implantat oder Brücke? So finden Sie den passenden Zahnersatz

Bei Zahnersatz hat ein Patient mit fehlenden Zähnen die Qual der Wahl: Wähle ich Implantat oder Brücke? Welcher Zahnersatz der Richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren, insbesondere vom Befund des jeweiligen Patienten ab. Aber welche Behandlung ist für den individuellen Fall am besten geeignet? Was sind Vor- und Nachteile der beiden Behandlungen?

Implantat oder Brücke: Vor- und Nachteile im Überblick

ZahnImplantatBrücke
VerträglichkeitTitan oder Keramik: hohe BiokompatibilitätMetall oder Keramik: hohe Biokompatibilität
Haltbarkeitoptimaler Halt durch Verankerung im Kiefer bei gesundem Knochensehr guter Halt bei ausreichender Festigkeit angrenzender Zähne
KostenHoch: wird von der gesetzlichen Krankenkasse nur geringfügig unterstütztGeringer: wird von der gesetzlichen Krankenkasse ungefähr zur Hälfte getragen
Behandlungsdauerca. 2-6 Monatei.d.R. wenige Wochen
Nachteileoperativer Eingriff birgt Risiken: Infektion, AbstoßungBeschleifen der Nachbarzähne: Destabilisierung, Infektionsrisiko

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Welches Material ist verträglicher?

Wenn Sie bei einer Zahnlücke zwischen einem Zahnimplantat oder einer Brücke wählen, sollten Sie den Unterschieden des Materials Beachtung schenken.

Beim Implantat haben Sie den Vorteil, dass die künstliche Zahnwurzel aus Titan oder Zirkonoxid besteht. Darauf können Sie eine Krone aus Vollkeramik platzieren lassen. Die Materialien sind absolut verträglich und geben in der Regel keine allergieauslösenden Stoffe frei.

Die klassische Brücke besteht in der Regel aus Metall und wird mit einer keramischen Verblendung überzogen. Für die Verankerungen werden rechts und links neben der Lücke je ein Zahn beschliffen. Auf diesen Zahn wird eine metallische oder keramische Krone aufgesetzt. Bei Überbrückungen eines Zahns kann auf Metall verzichtet und bei der Krone Vollkeramik verwendet werden. In diesem Fall bleiben die Einflüsse von Metall im Mundraum aus, wodurch sich keine Unterschiede in der Verträglichkeit feststellen lassen.

Was ist länger haltbar?

Auch im Bezug auf die Haltbarkeit stellt sich die Frage, mit welcher Zahnersatz-Variante Sie besser beraten sind.

Mit dem Implantat als feste und stabile Lösung sind Sie auf der sicheren Seite.

Bei Brückenlösungen besteht im Falle eines erneuten Zahnverlustes oder der Rückbildung des Zahnfleischs die Notwendigkeit eine Folgebehandlung zur Anpassung Ihres Zahnersatzes vorzunehmen. Dementsprechend sollten Sie vorausschauend wählen.

Wo sind die Kosten höher?

Für was Sie sich entscheiden, ist auch eine finanzielle Frage. Bei Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Festzuschuss, der sich nach dem Befund richtet. Für jeden Befund wird eine Regelversorgung definiert, die dann ungefähr zur Hälfte übernommen wird.

Im Falle einer Zahnlücke entspricht die Regelversorgung einer Brücke, somit werden ungefähr 50 Prozent der Kosten hierfür übernommenEin Zahnimplantat ist jedoch keine Regelversorgung. Deshalb zahlt die Krankenkasse für Implantate nur den Festzuschuss zur Brückenversorgung, was ungefähr 10 bis 30 Prozent der Kosten ausmacht.

Die Versorgung mit einem Implantat ist also in fast allen Fällen teurer als die Versorgung mit einer Brücke. Zudem übernehmen die meisten Zahnzusatzversicherungen nicht die vollen Kosten für Implantate.

Ästhetik: Welcher Zahnersatz ist natürlicher?

Beide Optionen sind gleichermaßen ästhetisch und von Ihren natürlichen Zähnen nicht zu unterscheiden. Wenn Sie hochwertige Keramik für Ihr Lächeln bevorzugen, sind keine optischen Unterschiede erkennbar. Möchten Sie Zahnersatz vollständig unbemerkt tragen und eine “einfach” zu reinigende Lösung, sind hochwertige Zahnimplantate die richtige Wahl.

Gerade im Frontzahnbereich empfehlen sich Implantate, die in Präzision in der bestehenden Zahnreihe integriert und Ihren natürlichen Zähnen in Form und Farbe hervorragend angepasst werden.

Worin liegt der Unterschied bei der Behandlung?

Die Behandlungsdauer und der Behandlungsaufwand bei festsitzendem Zahnersatz in Form eines Implantates sind höher als bei Brücken.

Hat sich Ihr Kieferknochen zurückgebildet oder neigen Sie zu Problemen mit dem Zahnfleisch, lässt sich die Frage einfach beantworten. Für ein Zahnimplantat wäre eine Vorbereitung im Knochenaufbau und eine Behandlung von Zahnfleischproblemen notwendig, sodass sich der Zeitraum bis zum fertigen Ergebnis um einige Monate herauszögern kann.

Der Nachteil einer Brückenversorgung liegt sicherlich im Abschleifen der Zähne, was zur Befestigung der Brückenanker notwendig ist.

Zudem müssen die benachbarten Zähne über ausreichend Stabilität verfügen, um einen bestmöglichen Halt der Brücke zu garantieren. Wenn dies nicht gegeben ist, stellt das Implantat den passenderen Zahnersatz dar, weil in diesem Fall die Nachbarzähne nicht belastet werden müssen. Auch sollte mit einbezogen werden, ob die Ankerzähne bereits größere Füllungen aufweisen oder wurzelbehandelt sind.

Mit was Sie besser beraten sind, erfahren Sie im Vorgespräch nach umfassender Diagnostik bei Ihrem Zahnarzt.

Bei welcher Versorgung sind die Risiken größer?

Beide Versorgungen werden aus hochwertigen und für Ihre Gesundheit unbedenklichen Materialien gefertigt.

Bei einem Implantat sind Risiken bei der Behandlung nicht auszuschließen, da die Stabilität Ihres Kieferknochens als Grundlage für ein festsitzendes und haltbares Implantat dient. Trotz positiver Prognosen kann es im Zeitraum der Heilung zu Problemen mit der eingesetzten künstlichen Zahnwurzel kommen. Entzündet sich Ihr Zahnfleisch oder gelingt der vorbereitende Knochenaufbau nicht, ist eine Implantatversorgung nicht möglich.

Um Risiken zu vermeiden und die beste Entscheidung zwischen einem zu treffen, sollten Sie Ihrem Zahnarzt vertrauen und sich im Zweifelsfall eine zweite Meinung einholen.

Was ist schmerzhafter?

Da es sich beim Zahnimplantat um einen operativen Eingriff handelt, sind die Risiken automatisch höher und in der Abheilzeit kann es zu vorübergehenden Schmerzen kommen. Die Brückenversorgung hingegen ist ein unkomplizierter Eingriff, der mit weniger Risiko und geringeren Schmerzen verbunden ist.

Wenn Sie eine schmerzfreie und schnelle Lösung im Zahnersatz wünschen, ist die Brücke vorzuziehen. Die Behandlung selbst ist in beiden Fällen schmerzfrei, da Sie bei beiden Eingriffen lokal betäubt werden.

Vorbeugung von Knochenschwund

Ein weiterer Vorteil eines Implantats ist, dass der Kiefer weiterhin beansprucht wird. Das Einsetzen der künstlichen Zahnwurzel sorgt dafür, dass der Kiefer belastet wird und sich der Kieferknochen nicht zurückbildet.

Eine Brücke beansprucht so wie fehlende Zähne nicht den Kieferknochen – es kann zu Knochenschwund kommen.

Für wen eignen sich implantatgetragene Brücken?

Eine moderne und durchaus praktische Methode im Zahnersatz ist die Implantatbrücke. Dabei handelt es sich um eine Brücke, die auf einem Zahnimplantat befestigt wird. Beim Verlust mehrerer Zähne müssen Sie so nicht zur vollprothetischen Versorgung greifen, sondern können sich für eine Implantatbrücke entscheiden. Dann werden künstliche Zahnwurzeln in Ihren Kiefer implantiert, auf denen später die Brücke befestigt und als stabile Lösung erzeugt wird.

Alternativ ist eine Implantatbrücke auch geeignet, wenn Sie zwei bis drei Zähne ersetzen und dabei Kosten sparen möchten. Ein festsitzendes in der Mitte Ihrer Lücke angebrachtes Implantat ist durchaus als Halter für eine kleine Brücke geeignet. Wenn Sie die Methode der Implantatbrücke wählen, können Sie Kosten sparen.

Da das Implantat fest anwachsen und die Brücke stützen muss, eignet sich diese Behandlungsmethode nur, wenn Ihr Kieferknochen vollkommen in Ordnung ist und eine Implantation ohne Probleme zulässt.

Fazit – Welcher Zahnersatz ist besser? Das raten die Zahnärzte

Die Vor- und Nachteile gleichen sich aus und gestalten sich abhängig von den Gegebenheiten in Ihrem Mundraum.

Im Frontzahnbereich haben sich Implantate als optimal ästhetische Zahnersatzversorgung etabliert. Möchten Sie einen Zahn im hinteren Bereich ersetzen, können Sie zwischen Implantat oder Brücke wählen und Ihre Entscheidung nach der Diagnostik des behandelnden Zahnarztes treffen.

Ihr Mundstatus und die vorherrschenden Faktoren in Ihrem Mundraum sind wichtig, damit Sie richtig entscheiden und eine zu Ihnen passende Behandlung wählen. In der Haltbarkeit und Ästhetik fällt die Entscheidung nicht schwer, während der Kostenfaktor und die ausbleibende Kostenübernahme der Krankenkassen eine andere Perspektive einnehmen lassen.

Tipp: Bei einem Zahnimplantat lassen sich in der Regel auch Kosten sparen. Weil die Preise bei Implantaten besonders variieren, lohnt es sich hier umso mehr Alternativangebote für ihren Zahn einzuholen und Kosten zu vergleichen. So können Sie sich den hochwertigen Zahnersatz doch noch leisten.

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7 Gedanken zu “Implantat oder Brücke? So finden Sie den passenden Zahnersatz

  1. Hallo,

    ich habe nun schon lange eine Übergangsprothese weil es vor einen Jahr hieß ich bräuchte Zahnersatz für einen Zahn.
    Zwischendrin sind die anderen Frontzähne auch gezogen oder wurzelkanalbehandelt worden – ich hatte nach 20 Jahren die Zahnarztpraxis gewechselt, da der Nachfolger eine apikale Parodontitis nicht auf den Röntgenbild erkannt hatte.
    Nun eher am hoppen und ein bezahlbarer Zahnarzt Zwischendrin hatte vermutlich den Fehler gemacht, die anderen traumatisierten Frontzähne auch mal wieder nicht unter die Lupe genommen zu haben.
    Nun habe ich eine Zahnarztpraxis gefunden die die zweite Wurzelkanalbehandlung durch eine ,preismässig faire, Revision erstmal ruhig bekommen hatte (vielleicht auch gerettet?). Schwerpunkt Endo.

    Nun schlugen die Ärztinnen mir aufgrund des längeren „Leidensweges“ und da ich nun auch eine Krone runtergeknirscht hatte und auch Füllungen erneuter werden sollten zuerst eine Brücke vor ggf. auf altmodische Weise (Verbund). Da ich nun schon seit WEihnachtn 2019 mit einer Übergangsprothese rumlaufe kam mir das entgegen. Wenn die Lücke für die nächtsten 10 Jahre versorgt ist könnte ich ja auch meine Zusatzversicherung aufstocken und später ggf. nochmal über Implantate nachdenken.

    Der Chef meinte nun aber nur eine Implantatbrücke oder Einzelimplantate wären möglich – oder eine Klammerprothese mit Klammern vorne. Verbundbrücken würden sowieso nicht mehr gemacht werden und eine normale Brücke geht auch nicht.
    Da die Praxis sehr modern ist und sich auf CEREC spezialiseren traue ich dem ganzen nicht so ganz. Zudem die Kolleginnen ja zuerst was anderes meinten.
    Schade, da die sonst eine tolle Behandlung machen.

    • Antwort einer dentolo-Zahnärztin

      Hallo Christine, bitten lassen Sie sich noch einmal in Ihrer Zahnarztpraxis beraten. Häufig haben unterschiedliche Behandler unterschiedliche Schwerpunkte, wodurch auch eine unterschiedlichen Behandlungsempfehlung entstehen kann. Hier gibt es kein „Richtig oder Falsch“. Am Ende ist es wichtig, mit welcher technisch umsetzbaren Lösung Sie glücklich werden. Wir hoffen, wir konnten Ihnen helfen, Ihr dentolo-Team.

  2. S.g. Herr Doktor,
    Ich hatte 3 Implantate (Front) und eins musste nach 1,5 Jahren entfernt werden da Entzündung. Jetzt muss ich mich entschiedenen wieder eins setzenden oder Brücke wählen – 2 Implantate sind noch da aber eins schmerzt immer wieder. Was würden Sie mir raten? Nochmal probieren oder gleich Brücken von (3 auf 3) ?
    Danke für ihre Mühen.

    • Antwort einer dentolo-Zahnärztin

      Hallo Twins, pauschal können wir Ihre Frage leider nicht beantworten. Ohne Röntgenbild und die klinische Situation in Ihrem Mund ist es nicht möglich die Prognose Ihrer Implantate zu beurteilen. Grundsätzlich ist es möglich eine Brücke auf zwei Implantaten zu befestigen. Andererseits sind Sie mit 3 Implantaten auf der sicheren Seite, sollte ein weiteres Implantat verloren gehen. Diese Situation können Sie allerdings auch so bewerten, dass Sie zunächst eine Brücke auf 2 Implantaten wählen können und sich ein neues setzen lassen, falls ein weiteres Implantat verloren geht. Bitte überdenken Sie die Möglichkeiten und entscheiden Sie, welche Version für Sie die geeignete ist. Wir wünschen Ihnen alles Gute, Ihr dentolo-Team.

  3. Hallo Dr. Helka,

    ich habe seit bald 50 Jahren eine Brücke im Oberkiefer, die nur an einem befestigt war und jetzt ersetzt werden soll. Mein Zahnarzt möchte ungern meinen Eckzahn abschleifen und lieber ein Implantat setzen. Ich bin aber skeptisch, ob das nach so langer Zeit der Lücke sinnvoll ist.
    Was raten Sie mir?

    • Sehr geehrter Herr Helka,
      muss ein toter Backenzahn unter einer Brücke vorab gezogen werden. Rechts und links sind gesunde Zähne da. Die alte Krone hält nicht mehr, da zu wenig Zahmsubstanz beim toten Zahn vorhanden ist.
      Viele Grüße
      Frau Meier

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