Schmerzen nach der Wurzelbehandlung

Schmerzen nach Wurzelbehandlung: Ursachen & Hilfe

Eine Wurzelbehandlung ist häufig die einzige Möglichkeit, die Schmerzen eines entzündeten Zahns zu stillen ohne ihn zu entfernen. In manchen Fällen verschwinden die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung jedoch nicht vollständig oder sie treten nach einiger Zeit wieder auf. Erfahren Sie hier, warum es erneut zu Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung kommen kann und was Sie dagegen tun können.

Was ist eine Wurzelbehandlung?

Ein stark entzündeter Zahn verursacht starke Zahnschmerzen. Wenn Sie unter diesen Beschwerden leiden, gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder wird der betroffene Zahn entfernt oder der entzündete Nerv muss durch eine Wurzelkanalbehandlung aus dem Zahn entfernt werdenDie Wurzelkanalbehandlung ist immer ein Versuch, einen erkrankten Zahn zu erhalten. In manchen Fällen ist das Kanalsystem innerhalb des Zahns aber so komplex, dass der Erhaltungsversuch misslingt.

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Wie eine Wurzelkanalbehandlung verläuft, können Sie hier nachlesen

Erfahren Sie hier, wie hoch die Kosten einer Wurzelbehandlung sind.

Schmerzen nach der Wurzelbehandlung: Wie kann das passieren? 

Da während einer Wurzelbehandlung der Nerv aus dem Zahn entfernt wird, gehen viele Patienten davon aus, dass im Anschluss keine Zahnschmerzen am wurzelbehandelten Zahn mehr auftreten können. Diese Annahme ist zwar naheliegend, Schmerzen nach der Wurzelkanalbehandlung sind aber nicht ausgeschlossen.

Für diese Schmerzen kann es unterschiedliche Gründe geben: Zum einen ist das Kanalsystem so komplex, dass es manchmal nicht vollständig gereinigt werden kann und Gewebereste sowie Bakterien im Zahn verbleiben, was zu einer erneuten Entzündung führen kann. Ein anderer Grund für erneute Schmerzen kann eine Fraktur des behandelten Zahnes sein. Je nach Ursache können Ihre Schmerzen direkt nach der Wurzelbehandlung auftreten, einige Wochen später wiederkommen oder für eine längere Zeit bestehen bleiben.

Option 1: Ihre Schmerzen treten direkt nach der Wurzelbehandlung auf

Direkt nach der Wurzelbehandlung sind Schmerzen nicht ungewöhnlich. Der Zahnarzt hat durch die Entfernung des Nervs eine kleine Wunde am unteren Ende des Zahnes gesetzt. Diese Wunde kann und darf kurz nach der Behandlung schmerzen.

Hat Ihr Zahnarzt ein Schmerzmittel in den wurzelbehandelten Zahn gegeben, verschwinden die Beschwerden meistens am nächsten Tag. Alternativ gibt es Medikamente, die nicht schmerzlindernd wirken. In diesem Fall können die Schmerzen einige Tage anhalten. Solange keine Schwellung auftritt, sind erträgliche Schmerzen allerdings kein Grund zur Sorge.

Generell sollten diese Schmerzen aber nach einigen Tagen abklingen. Werden die Beschwerden wenige Tage nach der Wurzelbehandlung nicht besser, sollten Sie erneut den Zahnarzt aufsuchen.

Option 2: Die Zahnschmerzen bleiben auch Tage nach der Wurzelbehandlung bestehen

Verschwinden die Schmerzen kurze Zeit nach der Wurzelkanalbehandlung nicht, ist eine weitere Behandlung nötig. Solange die Wurzelbehandlung nicht abgeschlossen ist, können die Schmerzen einfach behandelt werden. Wenn bereits eine Wurzelfüllung in den Zahn eingebracht wurde, wird die Behandlung der Schmerzen komplizierter. 

Ursache für nicht abklingende Zahnschmerzen an einem wurzelbehandelten Zahn ist fast immer eine unzureichende Reinigung des Kanalsystems, wodurch Bakterien zur Wurzelspitze wandern und dort eine Entzündung hervorrufen. Die Einnahme eines Antibiotikums sowie eine ordentliche Desinfektion der Wurzelkanäle verschaffen dann zunächst Schmerzfreiheit. Manchmal sind die Wurzelkanäle jedoch so komplex, dass sie sich nicht vollständig reinigen lassen.

Eine weitere mögliche Ursache für nicht abklingende Beschwerden ist ein Riss im Zahn. Wurzelbehandelte Zähne werden manchmal instabil und bekommen einen Riss. Durch diesen Riss können ebenfalls Bakterien in das Zahninnere eindringen und Schmerzen verursachen. Leider kann der Zahn in diesem Fall nicht erhalten werden, da ein Riss nicht so verschlossen werden kann, dass keine Bakterien mehr eindringen können.

In beiden Fällen sind Bakterien der Grund für die Schmerzen nach der Wurzelbehandlung. Der Körper bekämpft die Mikroorganismen, indem er Abwehrzellen in den Kieferknochen schickt. Dort bilden diese Zellen einen Schutzwall, um zu verhindern, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten. Diese Entzündungsreaktion spüren betroffene Patienten als Schmerz. Bei einer sehr starken Entzündung, kann am Zahnfleisch eine Schwellung entstehen. Diese Schwellung ist mit starken Schmerzen verbunden.

Achtung: Sollte nach einer Wurzelbehandlung am wurzelbehandelten Zahn eine Schwellung entstehen, suchen Sie bitte umgehend einen Zahnarzt auf. In diesem Fall sind zu viele Mikroorganismen aus dem toten Zahn in den Kiefer gelangt. Dort hat sich Eiter gebildet, der nun die Schwellung verursacht. Eine Ausbreitung der Entzündung kann im Einzelfall lebensbedrohliche Folgen haben.

Option 3: Die Schmerzen kehren nach einer Wurzelkanalbehandlung zurück

Wenn an einem wurzelbehandelten Zahn nach einiger Zeit erneut Schmerzen auftreten, sind auch hierfür fast immer Bakterien verantwortlich. Hier stellt sich die Frage, wie die Mikroorganismen in den Zahn gelangt sind.

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Die Mikroorganismen sind bei der Wurzelbehandlung im Zahn verblieben.
  2. Die Füllung des Zahns ist nicht mehr in Ordnung, sodass Keime eindringen können.
  3. Der Zahn hat neue Karies, durch die Bakterien in den Zahn gelangt sind.
  4. Der Zahn hat einen Riss, durch den Keime eindringen können.

Tritt einer der ersten drei Fälle ein, kann eine erneute Wurzelbehandlung, die sogenannte Revision, den gewünschten Erfolg erzielen. Die Alternative hierzu ist ein chirurgischer Eingriff: die Extraktion oder die Wurzelspitzenresektion. Im 4. Fall bleibt als einzige Therapie die Entfernung des Zahns.

Option 4: Die Schmerzen werden nicht durch Bakterien ausgelöst

Es gibt auch Zahnschmerzen, die nicht durch Bakterien ausgelöst werden. Für Patienten fühlen sie sich jedoch ähnlich an, wie die Schmerzen, die durch Mikroorganismen ausgelöst wurden. Oft schmerzen die betroffenen Zähne beim Zubeißen und die Schmerzen verschwinden kurzfristig bei der Einnahme eines Schmerzmittels, treten dann aber erneut auf. Häufig strahlt der Schmerz aus, aber auf einem Röntgenbild ist nichts ungewöhnliches zu finden.

In diesem Fall kann Zähne-Knirschen für Ihre Beschwerden verantwortlich sein. Da dem Zahn nach einer Wurzelbehandlung ein Teil der Nerven fehlen, kann das Gehirn die Belastung des Zahns nicht mehr so genau bewerten, wie die der anderen Zähne. Knirschen oder Pressen Patienten sehr stark über den wurzelbehandelten Zahn, ist der Zahnhalteapparat und die umliegende Muskulatur überlastet und eine Aufbissschiene kann Abhilfe verschaffen.

Was kurzfristig gegen die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung hilft

Gegen kurzfristige Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung können Sie ein Schmerzmittel einnehmen. Sollten Sie allerdings regelmäßig weitere Medikamente einnehmen, müssen Sie darauf achten, dass sich das Schmerzmittel mit den anderen Wirkstoffen verträgt. Außerdem sollten Sie während der Einnahme von Schmerzmedikamenten auf den Genuss von Alkohol verzichten.

Tipp: Sollte Ihnen die Wurzelbehandlung noch bevorstehen, bitten Sie den behandelnden Zahnarzt um ein Rezept für ein Schmerzmedikament. Bitte nennen Sie ihm zudem alle anderen Präparate, die Sie zusätzlich einnehmen. So kann der Zahnarzt prüfen, ob die Wirkstoffe Wechselwirkungen haben und Ihnen das geeignete Mittel verschreiben. Sollten Sie keine Beschwerden nach der Wurzelbehandlung haben, können Sie das Schmerzmedikament für einen späteren Zeitpunkt aufbewahren.

Behandlungsmöglichkeiten bei wiederkehrenden Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung

1. Behandlungsmöglichkeit: Die Wurzelkanalrevision

Leider können Wurzelkanäle bei einer Wurzelkanalbehandlung nicht immer vollständig gereinigt werden, sodass Keime verbleiben. Um Mikroorganismen aus einem bereits wurzelgefüllten Zahn zu entfernen, bleibt nur die erneute Desinfektion der Wurzelkanäle, auch Wurzelkanalrevision genannt.

Da die Kanäle bereits gefüllt sind, muss der Zahnarzt dafür zunächst die vorhandene Füllung entfernen. Sobald die alte Füllung entfernt wurde, kann das Kanalsystem mit Spülungen erneut desinfiziert werden. Auch die Einlage eines Medikamentes hilft, die Kanäle zu säubern. Nun kann die Entzündung unter dem betroffenen Zahn abklingen, weil nicht immer neue Bakterien aus dem Zahn nachkommen. In einem weiteren Behandlungstermin können die gereinigten Wurzelkanäle dann erneut gefüllt werden.

Diese erneute Wurzelbehandlung ist nur sehr selten eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Trotzdem ist sie erfolgversprechend. Die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt nach der Deutschen Gesellschaft für Endodontie bei 65 – 90 %. Zusäztliche Leistungen, wie die Benutzung eines OP-Mikroskops und die Verteilung unterschiedlicher Spülungen mit Ultraschall in den Kanälen müssen Sie in jedem Fall privat bezahlen.

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2. Behandlungsmöglichkeit: Die Wurzelspitzenresektion

Nicht jeder Zahn ist gleich, manche Zähne haben an der Wurzelspitze eine starke Krümmung, die nicht von allen Instrumenten erfasst und gesäubert werden kann.

Oftmals ist dieser Bereich jedoch so klein, dass das kein Problem darstellt. Entsteht trotzdem eine Entzündung um die Wurzelspitze, gibt es die Möglichkeit, nach der Wurzelbehandlung eine Wurzelspitzenresektion durchzuführen. Diese Behandlung ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, da die nicht behandelte Wurzelspitze und die umliegende Entzündung komplett entfernt werden. Anschließend kann der Zahnarzt die Wurzelkanäle von unten reinigen und dicht verschließen. 

3. Behandlungsmöglichkeit: Die Zahnextraktion

Ist die Entzündung zu groß, der Zahn ist gebrochen oder Sie haben sich dazu entschieden, den betroffenen Zahn entfernen zu lassen, ist die letzte Möglichkeit, eine Zahnextraktion durchzuführenSobald der Zahn verschwunden ist, heilt auch die Entzündung aus. Anschließend können Sie die Lücke mit einer Brücke, einem Implantat oder einer Prothese versorgen lassen.

Sie fragen sich, welche Lösung, die richtige für Sie ist? Ihr Zahnarzt wird Sie dabei unterstützen, herauszufinden, welche Lösung die beste für Sie ist. Bei hoffnungslosen Fällen, kann eine Zahnextraktion der einzig sinnvolle Weg sein. Bei einer unzureichenden Wurzelfüllung reicht häufig die Revision und bei einem komplexen Kanalsystem kann auch die Kombination von Revision und Wurzelspitzenresektion notwendig sein, um den Zahn zu retten.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an einen Spezialisten

Sollte Ihr Zahn nach einer Wurzelbehandlung schmerzen, wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt. Er kann Ihnen sagen, ob die Schmerzen normal sind, oder eine Behandlung notwendig ist. 
Bei komplizierten Fällen kann es zudem sinnvoll sein, einen Spezialisten zu Rate zu ziehen. Dieser lässt sich seine Arbeit meistens teuer bezahlen. Allerdings wird Sie ein spezialisierter Zahnarzt nur behandeln, wenn er sicher ist, dass er Ihren Zahn retten kann.

Eine Liste von Zahnärzten, die sich auf Wurzelbehandlungen spezialisiert haben und weitere Informationen zur Wurzelbehandlung, finden Sie unter:

Sollten Sie aktuell unter Zahnschmerzen leiden, wünschen wir Ihnen eine gute Besserung!

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