Härtefall bei Zahnersatz – Welche Möglichkeiten gibt es?

Der Härtefall bei Zahnersatz entlastet Personen mit niedrigem Einkommen bei Zahnbehandlungen. Erfahren Sie hier, ab welchem Einkommen die Regelung greift und ob Sie unter die Härtefallregelung fallen.

Inhaltsverzeichnis

Festzuschuss im Härtefall – Zahnersatz ohne Zuzahlung?

Bei Zahnersatz erhalten gesetzlich Versicherte einen Festzuschuss, der die Hälfte der durchschnittlichen Kosten der Regelversorgung abdeckt. Im Rahmen der Härtefallregelung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse sogar die Kosten in Höhe des doppelten Zuschusses zur Regelversorgung. Wenn der doppelte Festzuschuss nicht die gesamten Kosten für Ihren Zahnersatz abdeckt, Sie sich aber diese übrigen Kosten nicht leisten können, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse zusätzlich die Differenz, der Zahnersatz ist somit kostenlos. Sie müssen also nicht mit fehlenden Zähnen leben, wenn Sie sich die Behandlung nicht leisten können. Sie erhalten in diesem Fall für den Zahnersatz von Ihrer Krankenkasse bis zu 100 Prozent der Regelversorgung. Alle medizinisch notwendigen Leistungen werden im Härtefall von den gesetzlichen Krankenkassen getragen und der Zahnersatz findet ohne Zuzahlung durch den Patienten statt.

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Falle ich unter die Härtefallregelung?

Die Härtefallregelung findet Anwendung, wenn eine unzumutbare Belastung aufgrund geringer Einnahmen vorliegt. Zusätzlich gibt es gewissen Lebensumstände, welche die Kosten für Zahnersatz unzumutbar machen.

Geringes Einkommen

Dies ist der Fall, wenn Ihre monatlichen Bruttoeinnahmen zur Bestreitung des Lebensunterhalts und die Einnahmen aller im Haushalt lebenden Angehörigen, Ehe- und Lebenspartner sowie minderjähriger und volljähriger, familienversicherte Kinder, eine spezielle Einkommensgrenze nicht überschreiten. Liegen Ihre Einnahmen über dieser Grenze, erhalten Sie in der Regel nur den üblichen Festzuschuss für Zahnersatz in Höhe von 50% der durchschnittlichen Kosten der Regelversorgung. Die Einkommensgrenze für die Bewilligung liegt 2016 für Alleinstehenden bei 1.162,00 Euro. Die Härtefallregelung für Zahnersatz tritt ebenfalls in Kraft, wenn Ihr Einkommen mit einem Angehörigen die Grenze von 1.597,75 Euro nicht übersteigt. Für jeden weiteren Angehörigen steigt die Grenze um 290,50 Euro. (Quelle: SGB 5, § 55 Abs.2, Stand: 2016)

Grenze zur Unzumutbarkeit
Alleinstehend 1.164 €
Ein Angehöriger 1.597,75 €
jeder weitere Angehörige 290,50 €

Weitere Gründe

Die Härtefallregelung für Zahnersatz wird zudem Sozialhilfeempfängern, beispielsweise Hartz-IV-Empfängern, bewilligt. Sie erhalten die Grundsicherung im Alter oder die Grundsicherung bei Erwerbsminderung? Auch dann ist die Härtefallregelung für Sie eine Möglichkeit, Zahnersatz zu erhalten. Wer in einem Heim lebt und die Kosten hierfür von Sozialhilfeträgern übernommen werden, fällt ebenfalls unter die Härtefallregelung und Kosten für Zahnersatz können für Sie bis auf 0 € sinken.

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Was ist, wenn mein Einkommen knapp über der Grenze liegt?

Wenn Ihr Einkommen die Grenze zur Unzumutbarkeit übersteigt, gibt es trotzdem die Möglichkeit, den Härtefall für Zahnersatz in Anspruch zu nehmen. Die Regelung sieht folgendes vor: Die Differenz zwischen Ihrem Bruttoeinkommen und der Härtefallgrenze (momentan 1.162 €) wird mit 3 multipliziert. Übersteigt Ihr Eigenanteil diesen Betrag, erhalten Sie diese Differenz als zusätzlichen Zuschuss.

Beispiel: Ihr Bruttoeinkommen beträgt 1.250 €, Sie liegen also gerade noch im zumutbaren Bereich. Für Ihre Brückenversorgung bekommen Sie ohne Härtefall einen Zuschuss von 330 € und verbleiben mit einem Eigenanteil von 400 €. Die dreifache Differenz zwischen Einkommen und Unzumutbarkeit beträgt (1.250-1.162) x 3=264 €. Sie erhalten also einen zusätzlichen Festzuschuss von Ihrer Krankenkasse in Höhe von 400-264=136 €, und insgesamt werden 466 € statt nur 330 € übernommen.

Härtefall nur bei Regelversorgung?

Der doppelte Festzuschuss erhält der Patient unabhängig von dem gewählten Zahnersatz. Wählt er nicht die Regelversorgung, sondern einen höherwertigen Zahnersatz, bekommt er also trotzdem nur den doppelten Festzuschuss zur Regelversorgung. Eine volle Kostenübernahme ist also nur bei einer Regelversorgung möglich.

Wie läuft die Beantragung ab?

Das Formular zum Antrag auf Härtefall bei Zahnersatz erhalten Sie bei Ihrem Zahnarzt oder bei der jeweiligen Krankenkasse. Sie müssen darin selbstverständlich Angaben zu Ihrem Einkommen sowie den Personen im Haushalt machen.

Der Härtefallantrag wird von Ihrem Zahnarzt bei der jeweiligen Krankenkasse eingereicht.

Anschließend prüft die gesetzliche Krankenkasse, ob der Härtefall auf Sie zutrifft, ob Sie also den doppelten Festzuschuss von Ihrer Krankenkasse bekommen.

Wenn der doppelte Zuschuss nicht die gesamten Kosten der Regelversorgung deckt und Sie zusätzlich die Differenzzahlung benötigen, müssen Sie diesen kostenlosen Zahnersatz ebenfalls beantragen.

Die Prüfung Ihres Antrages kann einige Wochen dauern.

Wenn Sie von Zuzahlungen für Arznei- und Heilmittel befreit sind, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie Anspruch auf die Härtefallregelung für Zahnersatz haben. Die Versorgung muss gesondert beantragt werden.

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