Das Patientenrechtegesetz regelt die Rechte und Pflichten von Patienten

Zahnarztbesuch in der Corona-Krise: Müssen Sie Ihren Zahnarzttermin verschieben?

Seit Dezember 2019 breitet sich das Coronavirus (Covid-19) auf der Welt aus. Nachdem auch in Deutschland die Zahl der Infektionen erneut gestiegen ist, wird unser öffentliches Leben nach und nach eingeschränkt, um die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus einzudämmen. Aber inwiefern betreffen die Einschränkungen den Arzt- und insbesondere den Zahnarzt-Besuch? Dürfen Patienten weiterhin ihre Zahnarzttermine wahrnehmen und was ist, wenn Sie während einer Ausgangsbeschränkung Zahnschmerzen bekommen? Erfahren Sie hier, was Sie während der Corona-Krise beim Zahnarztbesuch beachten sollten.

Was ist das Coronavirus?

Covid-19 ist ein β-Coronavirus und ist in Deutschland schlicht als Corona bekannt. Nach SARS und MERS ist dieses Virus das dritte bekannte Coronavirus.

Wie wird das Virus übertragen und wie können Sie sich und andere schützen?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Deshalb lauten die aktuellen Empfehlungen:

  • 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Personen halten
  • unnötige soziale Kontakte vermeiden
  • gründliches Händewaschen (mindestens 20-30 Sekunden, 2x Happy Birthday singen)
  • Husten und Niesen in die Armbeuge und dabei Ihre Hände vom Gesicht fern halten

Warum ist Corona gefährlich für den Menschen?

Das Virus setzt sich in der Lunge fest und schädigt die Zellen, die für die Atmung zuständig sind. Diese Schädigung kann zu leichten Beschwerden, bis hin zu einer schweren Lungeninfektion führen.

Zahnbehandlungen finden trotz Corona-Krise statt

Die zahnärztliche Versorgung wird in Deutschland trotz Coronavirus aufrecht erhalten

In einigen Ländern werden nur noch Notfall-Behandlungen in den Zahnarztpraxen durchgeführt, in Deutschland ist das noch nicht der Fall. Zahnärzte zählen zu den systemrelevanten Berufen – deshalb soll die zahnärztliche Versorgung aufrecht erhalten werden. Dementsprechend haben die Zahnarztpraxen in den meisten Bundesländern normal geöffnet.

Zurzeit gilt, dass nur Behandlungen von Patienten mit Atemwegserkrankungen verschoben werden (Stand: 22.03.2020). Bei den übrigen Patienten sollen die normalen Hygienemaßnahmen getroffen werden und ausreichen, um Zahnarzt und Patient vor einer Übertragung Virus zu schützen.

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Woher kommt die Verunsicherung bei Patienten und Zahnärzten?

So wie überall auf der Welt, werden auch bei den Zahnärzten zur Zeit Schutzbekleidung, Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel knapp. Zusätzlich sorgt die Übertragung von Covid-19 über den Speichel und der geforderte Mindestabstand für Verunsicherung: Er kann bei einer Behandlung beim Zahnarzt nicht gewahrt und auch der Kontakt mit Speichel kann nicht vermieden werden. Um Sie und andere Patienten zu schützen, kann es deshalb vereinzelt zu dem Verschieben von Zahnarztterminen kommen.

Trotz der Verunsicherung und erhöhten Risiken geben Zahnärzte aktuell ihr Bestes, um Sie während dieser schwierigen Phase so gut es geht zu versorgen. Haben Sie deshalb bitte Verständnis dafür, falls Ihr Zahnarzt sich an Sie wendet und Ihre Zahnbehandlung zu Ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz anderer Patienten gegebenenfalls verschoben werden muss.

Natürlich gibt es Beschwerden, die in jedem Fall behandelt werden müssen und keinen Aufschub zulassen.

Aufschiebbar oder behandlungswürdig? Dann sollten Sie trotz Corona-Krise zum Zahnarzt

Mit diesen Beschwerden sollten Sie in jedem Fall zum Zahnarzt gehen

Es gibt einige Beschwerden, mit denen Patienten auch in Zeiten des Coronavirus auf jeden Fall zum Zahnarzt gehen sollten.

Zu diesen Beschwerden gehören:

  • starke Zahnschmerzen,
  • Schwellungen,
  • Zahntrauma
  • und fieberhafte Entzündungen

Auch wenn bei Ihnen zur Zeit eine größere Behandlung durchgeführt wird und Sie beispielsweise ein Provisorium tragen, sollten Sie Ihren Zahnarzttermin weiterhin wahrnehmen können. 

Falls Sie bereits unter einer dieser Beschwerden leiden oder sich zur Zeit in einer größeren Behandlung befinden, empfehlen wir, telefonisch Ihre Zahnarztpraxis oder den zahnärztlichen Notdienst zu kontaktieren. Dort wird Ihnen mitgeteilt, ob Ihre Beschwerden unmittelbar oder erst zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden sollten.

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Diese Termine sind unter bestimmten Bedingungen aufschiebbar 

Generell gilt: Vermeiden Sie möglichst soziale Kontakte und bleiben Sie zu Hause! Dementsprechend folgen die meisten Patienten und Zahnärzte zur Zeit der Empfehlung der Bundesregierung, möglichst wenig Kontakt mit anderen Menschen zu haben. Dazu gehört auch, aufschiebbare Termine beim Zahnarzt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Insbesondere bei bestehenden Infektionen, Atemwegserkrankungen oder dem (bestätigten) Verdacht auf eine Erkrankung mit dem Coronavirus sind folgende Behandlungen dringend aufzuschieben.

Zu den aufschiebbaren Terminen gehören vor allem:

  • kosmetische Behandlung,
  • Präparationen für Kronen und Brücken,
  • Zahnreinigungen
  • und kleine Füllungen.

Eine der genannten Behandlungen steht bei Ihnen bald an? Wenden Sie sich in diesem Fall telefonisch an Ihren Zahnarzt, um gemeinsam vorhandene Risiken gegen den aktuellen Nutzen abzuwägen.

Erfahren Sie hier, wie Sie die Zeit bis zur nächsten Zahnreinigung mit einer guten Zahnpflege von Zuhause aus gut überbrücken können.

Wann Sie aktuell keine Zahnarztpraxis aufsuchen sollten

Unter bestimmten Bedingungen sollten Sie aufgrund des Coronavirus und der erhöhten Infektionsgefahr zur Zeit keine Zahnarzttermine wahrnehmen. 

Verschieben Sie Ihren Zahnarzttermin, wenn Sie:

  • Erkältungssymptome haben,
  • unter Atemwegserkrankungen leiden,
  • zu einer Risikogruppe zählen oder
  • Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten. 

Da alle Beschwerden und Behandlungen individuell zu beurteilen sind, empfehlen wir Ihnen, sich in jedem Fall telefonisch an Ihren Zahnarzt zu wenden. Er wird entscheiden, ob die Behandlung dringend ist oder aufgeschoben werden kann. 

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Was tun bei Zahnschmerzen während einer Ausgangsbeschränkung?

Covid-19 sollte Sie nicht davon abhalten, im Notfall Ihren Zahnarzt in der Praxis oder einen anderen Notdienst aufzusuchen. Denn Arztbesuche sind auch während einer Ausgangsbeschränkung oder einer Ausgangssperre wegen des Coronavirus weiterhin erlaubt. Sie sollten bei einer Kontrolle aber belegen können, dass Sie auf dem Weg in eine Praxis sind.

Weitere Informationen erhalten Sie in den entsprechenden Allgemeinverfügungen Ihres Bundeslandes/Ihrer Stadt.

Wir wünschen Ihnen alles Gute! Bleiben Sie gesund.

5 Gedanken zu “Zahnarztbesuch in der Corona-Krise: Müssen Sie Ihren Zahnarzttermin verschieben?

  1. Muss ich die Kosten für die Hilfsmittel zum Schutz während Caronakrise an die Praxis bezahlen? (Betrifft nicht meinen persönlichen Mund- Nasenschutz)

    • Hallo Frau Pfützner,

      die privaten Krankenkassen haben einen Hygienezuschlag vereinbart, der auch für private Zusatzversicherungen gilt. Dieser Zuschlag wird durch die Versicherungen erstattet. Die gesetzlichen Versicherungen haben einen solchen Zuschlag nicht. Trotzdem ist es unseres Wissens nach nicht vorgesehen, dass gesetzlich Versicherte die Kosten für Hilfsmittel bezahlen müssen. Wenn Sie ein private Zusatzversicherung haben, ist es rechtmäßig, dass der Hygienezuschlag berechnet wird.

      Viele Grüße, Ihr dentolo-Team.

  2. Ich habe die Zusage meiner Krankenkasse das ein Zahnersatz (voll Prohtese) angefertig werden darf.Diese habe ich meinen Zahnarzt gegeben und er sagte „das er zur Zeit keinen Abdruck und die Anfertigung in Auftrag geben darf weil die Labore nicht arbeiten. Er erde sich telefonisch melden.

  3. Hallo, Danke für die Möglichkeit eine Antwort zu bekommen…
    ich habe Ende April einen Zahnarzttermin für eine neue Krone (Backenzahn).
    Ist eine Behandlung für mich gefährlich, kann ich mich dort infizieren???
    Bin weiblich und 68 Jahre alt, nehme keinerlei Medikamente (langjährige Raucherin), habe bis jetzt noch keine Symptome….
    Was soll ich machen, habe Angst infiziert zu werden, zumal mein Mann (75 und Vorerkrankungen hat) zu den Risikopatienten zählen würde.
    Außerdem tut der Zahn nicht weh!!!

    • Hallo Frau Müller,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir verstehen Ihre Sorgen, können Ihnen aber nur empfehlen, sich direkt an Ihren behandelnden Zahnarzt zu wenden. Er wird die Nutzen dieser Behandlung mit den Risiken einer Infektion mit Covid-19 abwägen und Ihnen sagen können, ob Sie den Termin besser verschieben. Wir wünschen Ihnen alles Gute!

      Ihr dentolo-Team

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