Zahnimplantat Pflege & Mundgeruch: Zwei Zahnbürsten

4 Tipps gegen Mundgeruch: So werden Sie ihn endgültig los

Viele Menschen sind von Mundgeruch betroffen, sind sich darüber aber nicht bewusst. Dieses Problem ist jedoch häufig verbreitet und kann zu unangenehmen Situationen und Schamgefühl führen. Erfahren Sie hier, welche Ursachen schlecht riechender Atem hat und wie Sie ihn mit 4 Tipps wieder loswerden.

Tabuthema Mundgeruch

In der Regel bemerken die Betroffenen das Problem nicht selbst: meistens sind es andere Menschen, die den Geruch wahrnehmen. Für die meisten ist dieser üble Geruch aus dem Mundraum (Fachbegriff: Halitosis, foetor ex ore) sehr unangenehm und gilt als Tabuthema. Wichtig ist, seine Mitmenschen freundlich auf das Problem aufmerksam zu machen, da es ernstzunehmende Ursachen und Folgen haben kann.

Mundgeruch: Die häufigsten Ursachen

Unzureichende Mundhygiene

Eine der häufigsten Ursachen ist die mangelnde Mundhygiene. Achten Sie deshalb darauf, sich regelmäßig die Zähne zu putzen, Zahnseide und eine Mundspülung zu verwenden. Es gibt Zahnflächen, die bei der regelmäßigen Zahnpflege nicht erreicht werden. Dort können sich mit der Zeit bakterielle Beläge ansammeln. Daher ist es neben der täglichen Zahnpflege wichtig, dass Sie regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen lassen.

Zahnkrankheiten

Chronischer Mundgeruch kann darüber hinaus auch ein Anzeichen von Zahnkrankheiten sein. Damit Zahnerkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden können, sollten Sie regelmäßig Kontrollbesuche bei Ihrem Zahnarzt durchführen lassen.

Karies kann zu schlechtem Atem führen

Bakterien im Zahnbelag schädigen den Zahnschmelz und dringen in den Zahn ein. Dort sind sie für die Zahnbürste nicht mehr erreichbar und können ungehindert die Zahnsubstanz auflösen. Stoffwechselprodukte der Bakterien und auch Nahrungsreste, die sich in diesem Defekt befinden, machen sich dann als übelriechende Atemluft bemerkbar.

Entzündung des Zahnfleisches

Auch eine Entzündung des Zahnfleisches geht mit einer bakteriellen Besiedlung einher. Oftmals befindet sich auch übermäßig viel Zahnbelag an den Zahnflächen. Dies führt später zu einem unangenehmen Geruch.

Chronische Parodontitis

Eine Zahnfleischentzündung kann sich im Verlauf zu einer chronischen Parodontitis entwickeln. Der Zahnhalteapparat erkrankt und der Kieferknochen baut sich immer weiter ab. Es entstehen tiefe Zahntaschen, die Zahnbelag und Bakterien enthalten. Dies hat ebenso eine Halitosis zur Folge.

Weitere Ursachen

Halitosis kann auch durch den Belag auf der Zungen entstehen. Bakterien fühlen sich dort wohl und ihre Stoffwechselprodukte (z.B. flüchtige Schwefelverbindungen) riechen sehr unangenehm.

Auch der Magen-Darm-Trakt kann schuld sein: eine chronische Gastritis, Reflux oder ein sogenanntes Zenker-Divertikel (Ausstülpung des Rachens) verursachen ebenso schlechten Geruch.

Erkrankungen der Nasen-Rachen-Raums können gleichermaßen schlechte Atemluft auslösen (ein HNO-Arzt kann in diesem Fall weiterhelfen).

Halitosis kann in manchen Fällen einen wichtigen Hinweis auf ernstzunehmende Erkrankungen geben: Diabetisches Koma, Nieren- und Leberversagen gelten als lebensbedrohlich.

Desweiteren gilt Stress als Risikofaktor für den üblen Geruch: Psychische Belastungen schwächen unser Immunsystem und bewirken oft einen nervösen Magen. Außerdem werden Hormone ausgeschüttet, die einen verminderten Speichelfluss bewirken. Durch den trockenen Mund werden Zahnbelag und Speisereste schlechter abtransportiert und auch Karies kann leichter entstehen.

Es gibt bestimmte Medikamente wie z.B. Eisenpräparate, Schlafmittel, Medikamente bei Herzkrankheiten und Allergien, die schlechten Atem auslösen können.

Ein weiterer Faktor ist die schlechte Atemluft direkt nach dem Aufstehen. Durch einen trockenen Mund werden Zahnbeläge und Bakterien schlechter abtransportiert.

4 Tipps zur Bekämpfung von Mundgeruch

Neben einer guten Mundhygiene gibt es zusätzliche Maßnahmen, die bei der Zahnpflege unterstützen und insbesondere bei schlechtem Atem helfen.

Tipp 1: Erste Hilfe durch Zungenschaber, Zungenbürste & Co.

Sie helfen dabei, Beläge, die sich auf Ihrer Zunge abgesetzt haben und unangenehm riechen, schonend zu entfernen. Die Anwendung ist ganz einfach: Sie putzen mit dem Schaber die Rückseite Ihrer Zunge. Außerdem gibt es besondere Zungenbürsten und Zungenpasten, die ergänzend angewendet werden können.

Zusätzlicher Tipp: Sie sollten Produkte für die Zungenreinigung regelmäßig säubern, da sich sonst Bakterien auf der Oberfläche ansammeln.

Tipp 2: Mit kontinuierlichem Speichelfluss gegen Mundgeruch

Der Speichelfluss spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von schlechter Atemluft. Er dient der Neutralisierung des Mundraums, wirkt antibakteriell und sorgt dafür, dass die Schleimhäute nicht austrocknen.

Zitrusfrüchte, Gemüse sowie ballaststoffreiche Lebensmittel führen zu einer erhöhten Speichelproduktion. Auch das Kauen von zuckerfreien Kaugummis sowie eine ausreichende Wasseraufnahme sind hilfreiche Tipps für ausreichend Speichel.

Tipp 3: Verzichten Sie auf bestimmte Nahrungsmittel

Es gibt zahlreiche Nahrungsmittel, die für einen schlechten Atem erzeugen:

  • Tabak
  • Alkohol
  • Kaffee
  • Knoblauch
  • Zwiebeln
  • bestimmte Käsesorten
  • Thunfisch
  • Erdnüsse …

Hingegen sorgen aromatische Kräuter und Gewürze (z.B. Thymian, Minze und Petersilie), das Kauen von Ingwer sowie der Verzehr von säurehaltigen Nahrungsmitteln (z.B. Äpfel und Zitronen) für einen frischen Atem.

Tipp 4: Mundspülung und Kautabletten gegen Mundgeruch

Inzwischen gibt es einige Produkte, die dem schlechten Atem durch bestimmte Zusätze entgegenwirken können. So gibt es beispielsweise Kaudrops mit Chlorophyll (Blattgrün der Pflanze) oder Mundspülungen mit Zinkverbindungen, die geruchserzeugende Verbindungen im Mund neutralisieren. Die Wirkung ist jedoch zeitlich begrenzt, weshalb eine regelmäßige Anwendung nötig ist, um den Geruch loszuwerden.

Professioneller Rat bei Mundgeruch

Wenn Sie unter starkem Mundgeruch leiden und Ihr Alltag massiv durch dieses Problem beeinflusst wird, ist es sinnvoll professionellen Rat in Anspruch zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen. Dies gilt insbesondere, wenn das Problem überraschend auftritt oder andere Begleiterscheinungen wie Kopf- und Gliederschmerzen oder auch Husten und Atembeschwerden hinzukommen. Ihr Arzt kann durch eine Gas-Analyse der Atemluft sowie mithilfe von Messgeräten feststellen, ob eine Halitosis bei Ihnen vorliegt und welche Ursachen in Frage kommen.

Neben Ihrem Arzt und Zahnarzt haben Sie die Möglichkeit eine Mundgeruch-Sprechstunde zu besuchen. Auf folgender Ratgeberseite finden Sie eine Liste von Anlaufstellen und Ansprechpartnern, geordnet nach Postleitzahlen, die Ihnen bei Bedarf weiterhelfen: http://www.ak-halitosis.de/ansprechpartner

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