Der Zahnarzt zieht bei der Zahnextraktion einen Zahn aus Ihrem Mund

Lockere Zähne: Ursachen, schnelle Hilfe und Behandlung

Bei lockeren Zähnen ist schnelle Hilfe gefragt. Wackelt der Zahn bereits, ist der Zahnverlust nur noch eine Frage der Zeit. Ist auch einer Ihrer Zähne wackelig? Erfahren Sie hier, welche Ursachen die Lockerung von Zähnen hat und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen. 

Welche Ursachen haben lockere Zähne?

Im Kindesalter freut man sich über jeden Wackelzahn. Wackeln jedoch die bleibenden Zähne beim Erwachsenen, ist das ein Grund zu Sorge. Dabei kann eine Zahnlockerung unterschiedliche Ursachen haben.

Erste Möglichkeit: Das Trauma

Zähne können durch äußere Gewalteinwirkung gelockert werden. Ist ein Zahn nach einem Unfall wackelig, wurden die Fasern, die ihn im Kieferknochen verankern überdehnt.

Wenn Sie nach einem Trauma eine Lockerung bemerken, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Zahnarzt aufsuchen. Dieser weiß genau, mit welcher Behandlung er ihn stabilisieren kann. Außerdem kann er mithilfe eines Röntgenbildes feststellen, ob eine Fraktur der Zahnwurzel vorliegt. Häufig wird der wackelnde Zahn schon nach einer kurzzeitigen Schienung wieder fest.

Zweite Möglichkeit: Schlecht sitzender Zahnersatz

Schlecht sitzender Zahnersatz kann zu lockeren Zähnen führen. Insbesondere die Zähne, an denen der Zahnersatz befestigt ist, werden durch eine wackelnde Prothese in Mitleidenschaft gezogen. Schlecht sitzender Zahnersatz kann durch den Zahnarzt aber oft schnell optimiert werden.

Dritte Möglichkeit: Ein kieferchirurgischer Eingriff

Wurde Ihnen ein Zahn gezogen und nun wackelt der Nachbarzahn? Das ist bis zu einem bestimmten Grad normal. Bei der Zahnentfernung muss sich der Zahnarzt nämlich häufig an den Nachbarzähnen abstützen.

Auch nach einer Wurzelspitzenresektion kann es vorkommen, dass der behandelte Zahn nach dem Eingriff locker ist. Der Grund dafür ist die Entfernung der Wurzelspitze. Durch den Eingriff fehlt nun ein Teil der Verankerungselemente im Knochen. Der Zahn sollte nach der Heilung allerdings wieder fest werden.

Bemerken Sie nach einem chirurgischen Eingriff eine Lockerung, sollten Sie sicherheitshalber Ihren Zahnarzt aufsuchen. Dieser kann am besten beurteilen, ob die Lockerung behandelt werden muss.

Vierte Möglichkeit: Abszesse

Wenn ein Zahn eine massive Entzündung im Kieferknochen verursacht, entsteht ein eitriger Abszess. Der Körper versucht den Übeltäter loszuwerden. Neben starken Schmerzen, einer deutlichen Schwellung, Fieber oder Mund-Öffnungs-Schwierigkeiten kann ein Abszess auch einen wackeligen Zahn verursachen.

In diesem Fall sollten Sie sofort zu einem Zahnarzt oder Kieferchirurgen gehen. Abszesse im Kieferbereich können, bei schlechtem Verlauf, lebensbedrohliche Folgen haben.

Fünfte Möglichkeit: Zähne-Knirschen

Nächtliches Knirschen strapaziert Ihr Gebiss. Diese Überlastung des Zahnhalteapparats kann zu lockeren Zähnen führen. Insbesondere wenn unbewusst über einzelne Zähne geknirscht wird, können diese gelockert werden.

Wenn Sie mit den Zähnen knirschen, kann eine Aufbissschiene Abhilfe verschaffen. Sie wird vom Zahntechniker individuell für Sie angefertigt. Nachts wird sie in den Mund gesetzt, sodass die Fasern des Zahnhalteapparats nicht mehr überstrapaziert und Ihre Zähne geschützt werden.

Sechste Möglichkeit: Mangelernährung

Insbesondere in Entwicklungsländern kann Mangelernährung eine Ursache für lockere Zähne sein. Fehlen dem Körper bestimmte Nährstoffe, entzieht er sie dem Knochen, wodurch es zu Zahnausfall kommen kann.

Siebte Möglichkeit: Parodontitis

Der häufigste Grund für einen Zahnverlust bei Erwachsenen ist eine Parodontitis. Die Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Sie wird durch Bakterien verursacht, die im Zahnbelag leben und für eine Entzündung des Zahnfleisches sorgen.

Erste Anzeichen sind blutendes Zahnfleisch und empfindliche Zahnhälse. Später schwillt das Zahnfleisch an und es können Zahnfleischtaschen entstehen. Die Mikroorganismen setzen sich in diesen Taschen fest und wandern in die Tiefe. Unbehandelt greift die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Kieferknochen und den Zahnhalteapparat über. Um sich selbst zu schützen, baut der Körper den Knochen ab. Dadurch verlieren die Zähne ihren Halt im Kieferknochen.

Eine Parodontitis sollte auf jeden Fall behandelt werden, da Sie die wackelnden Zähne sonst irgendwann verlieren können.

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Die Behandlung loser Zähne bei Parodontitis

Hausmittel: Wie Sie Ihre Zähne Zuhause schützen können

Ein wirkliches Hausmittel gegen lockere Zähne gibt es nicht. Wird die Lockerung durch Bakterien ausgelöst, leiden Sie wohlmöglich unter Parodontitis. Diese kann unkompliziert in einer Zahnarztpraxis Ihrer Wahl diagnostiziert und behandelt werden. Zu Hause können Sie die Behandlung der Parodontitis durch eine gründliche Zahnpflege unterstützen. Neben dem Zähneputzen zählt die Zahnzwischenraumpflege zu den wichtigsten Maßnahmen. Mit Zahnseide und Zahnzwischenraum-Bürstchen können Sie kleine Zahnfleischtaschen leicht reinigen.

Die Behandlung beim Zahnarzt

Die Behandlung einer Parodontitis ist im Anfangsstadium unkompliziert. Kleine Taschen im Zahnfleisch lassen sich einfach reinigen. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung kann der Erkrankung vorbeugen.

Ist die Parodontitis bereits ausgebrochen, sollten das Gebiss und das Zahnfleisch akribisch gereinigt werden. Dies erfolgt unter örtlicher Betäubung und wird normalerweise von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Selten müssen zusätzlich Antibiotika oder Schienen mit Medikamenten eingesetzt werden. Außerdem hat der Zahnarzt die Möglichkeit, lockere Zähne mit Draht und Kunststoff zu schienen bis sie sich stabilisiert haben.

Ist die Parodontitis schon weit fortgeschritten, kann ein wackelnder Zahn nicht immer im Mund bleiben. Wenn sich der Kiefer schon zu weit abgebaut hat, kann es sein, dass einzelne oder mehrere Zähne gezogen werden müssen. Die moderne Zahnmedizin hat aber heute schon diverse Möglichkeiten diese zu ersetzen.

Tipp: Wenn Sie lockere Zähne bemerken, sollten Sie zeitnah die Zahnarztpraxis Ihres Vertrauens aufsuchen. Dort kann schnell festgestellt werden, unter welcher Erkrankung Sie leiden. Je früher sie diagnostiziert wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung.

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