Zahnarztphobie: Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten & Tipps
Zahnärzte begegnen jeden Tag Patienten, die unter Zahnarztangst leiden. Patienten, die unter einer Zahnarztphobie leiden, gehen oftmals jahrelang nicht zum Zahnarzt. Leiden Sie unter einer Zahnarztphobie? Erfahren Sie hier, woher die Ängste kommen und was Sie mit Ihrem Zahnarzt dagegen tun können.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Unterschied zwischen Zahnarztangst und Zahnarztphobie?
Die meisten Menschen haben beim Besuch in der Zahnarztpraxis ein mulmiges Gefühl. Sie können den Termin aber ohne Probleme wahrnehmen. Patientinnen und Patienten mit einer Zahnarztphobie haben panische Angst: Sie tun alles, um einen Besuch bei der Zahnärztin bzw. beim Zahnarzt zu vermeiden und vernachlässigen deshalb oft die regelmäßige Kontrolle über Jahre.
Zahnarztangst und -phobie treten sehr häufig auf. Zwischen 9 und 15% der Bevölkerung sind betroffen. Viele dieser Patientinnen und Patienten vermeiden aus Angst den regelmäßigen Zahnarztbesuch. Dabei werden Angst und Phobie häufig gleichgesetzt, doch eine Phobie ist eine unverhältnismäßig starke Angst.
Was sind die Konsequenzen der Angst vorm Zahnarzt?
Weil Menschen mit einer Zahnarztphobie selten bis gar nicht mehr zur Zahnärztin bzw. zum Zahnarzt gehen, sind die Konsequenzen Zahnfleisch-Infektionen, Schmerzen und kaputte Zähne. Die bakterielle Infektion im Mund kann sogar Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben, denn Zahnfleisch-Infektionen begünstigen lebensbedrohliche Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenentzündungen oder Diabetes.
Gesundheitliche Probleme und schlechte Zähne sind allerdings nicht die einzigen Konsequenzen. Offensichtlich kaputte oder verfärbte Zähne verringern auch die Lebensqualität. Betroffene Patientinnen und Patienten vermeiden es, zu lachen und zu sprechen. Ihr Selbstbewusstsein leidet ebenso wie das Gebiss. Andere schämen sich so sehr, dass ihr Privatleben und die Karriere leiden.
Die meisten Patientinnen und Patienten mit Zahnarztphobie besuchen nur im äußersten Notfall die Zahnärztin bzw. den Zahnarzt. Andere zwingen sich selbst zum regelmäßigen Zahnarztbesuch. Allerdings leiden sie dann nicht nur unter Unwohlsein. Sie haben starke körperliche Symptome der Angst. Diese können von Schlaflosigkeit über Übelkeit, Durchfall, Schweißausbrüche bis hin zu Herzrasen und Bluthochdruck reichen.
Symptome einer Zahnarztangst
Bei der Zahnarztangst haben Angstpatientinnen und Angstpatienten häufig leichte bis mittelstarke Symptome. Hierzu gehören zum Beispiel ein mulmiges Gefühl und vermehrtes Schwitzen. Die meisten Angstpatientinnen und Angstpatienten können die Zahnbehandlung allerdings trotz ihrer Angst antreten. Sie können die Zahnarztangst überwinden.
Symptome einer Zahnarztphobie
Zahnarzt-Phobikerinnen und -Phobiker schaffen es oft nicht, ihre Angst zu überwinden. Wenn es tatsächlich zu einer Behandlung kommt, treten schon beim Anruf in der Praxis Angstzustände auf. Wenn Sie sich bei den folgenden Symptomen wiedererkennen, sollten Sie vor der Behandlung Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt informieren. Außerdem ist es ratsam, eine Psychologin oder einen Psychologen aufzusuchen.
Symptome einer Zahnarztphobie können sein:
- Schlafstörungen vor dem anstehenden Termin
- Starke Nervosität im Wartezimmer
- Körperliche Symptome: Übelkeit, Durchfall, Herzrasen, Schweißausbrüche, Muskelkrämpfe
- Tränenausbrüche im Behandlungszimmer
- Atemnot und Würgereiz, wenn Instrumente im Mund platziert werden
Was sind die Ursachen der Angst?
Es gibt unterschiedliche Ursachen für die Entstehung von Ängsten. Die meisten Patientinnen und Patienten äußern die folgenden Gründe für ihre Angst vor der Zahnbehandlung.
Schlechte Erfahrungen
Viele Personen geben an, dass sie in der Kindheit unangenehme und schmerzhafte Erfahrungen bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt gemacht haben. Das häufigste Erlebnis ist das Ziehen eines (Milch-)Zahnes ohne oder mit unzureichender Betäubung. Daher rührt ein massiver Vertrauensverlust gegenüber Zahnärzten.
Beeinflussung durch nahestehende Personen
Die Zahnarztangst kann auch erlernt werden. Nicht selten haben Eltern Angst vor der Zahnärztin bzw. dem Zahnarzt und geben diese an ihre Kinder weiter. Dafür reicht es schon, den Zahnarzt-Besuch im Vorfeld negativ zu beschreiben. Kinder erlernen so, dass die Behandlung mit Angst und Schmerzen verbunden ist, auch wenn sie noch nie eine negative Erfahrung gemacht haben.
Gefühl von Kontrollverlust und Hilflosigkeit
Die Mundhöhle ist ein sehr sensibler Bereich unseres Körpers. Er ist ein Teil der Intimsphäre. In diese dringt die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt ein, auch wenn er nur eine harmlose Kontrolle durchführt. Außerdem kann man nicht sehen, was die Zahnärztin bzw. der Zahnarzt im Mund tut. Während der Behandlung sieht man stattdessen unzählige Instrumente nah vor dem Gesicht und muss still sitzen. Die unangenehmen Geräusche verschlimmern die Situation noch. Dadurch entsteht ein Gefühl von Kontrollverlust und Hilflosigkeit, welches bei vielen Menschen große Angst auslöst.
Schmerzen
Viele Angstpatientinnen und Angstpatienten haben auch einfach Angst vor den Schmerzen, die durch die Behandlung verursacht werden können. Insbesondere ältere Patientinnen und Patienten sind davon betroffen, da die Schmerz-Therapie in der Vergangenheit noch nicht so ausgereift war wie heutzutage.
Schamgefühl
Patientinnen und Patienten, die den Besuch bei der Zahnärztin bzw. beim Zahnarzt über eine längere Zeit vermieden haben, schämen sich oftmals für den Zustand ihrer Zähne. Häufig erzeugt dann schon das Öffnen des Mundes ein Angstgefühl.
Behandlungsmöglichkeiten und Tipps
Die Zahnarztphobie ist eine Art psychische Erkrankung und kann behandelt werden. Unbehandelt wird sich die Angst verstärken, da die Betroffenen nur bei starken Schmerzen zur Zahnärztin bzw. zum Zahnarzt gehen. Somit verbinden sie die Zahnbehandlung zusätzlich mit einer negativen Erfahrung. Da eine Zahnarztphobie die Behandlung bei der Zahnärztin bzw. beim Zahnarzt häufig unmöglich macht, gibt es heute unterschiedliche Möglichkeiten, um die Behandlung ängstlicher Patientinnen und Patienten zu vereinfachen.
Generell sollten Sie Ihre Bedürfnisse auf jeden Fall im Vorfeld mit der Behandlerin bzw. dem Behandler besprechen. Beispielsweise können Sie ein Zeichen vereinbaren, das signalisiert, dass Sie eine Pause benötigen.
Autogenes Training und Hypnose
Personen, die sich beim Zahnarztbesuch nur unwohl fühlen, können sich selbst mit autogenem Training beruhigen. Kurse für autogenes Training werden in fast jeder Stadt angeboten und oft von der Krankenkasse bezahlt.
Die Hypnose ist eine Maßnahme für Zahnarztphobie-Patientinnen und -Patienten. Dabei funktioniert Hypnose leider nicht bei jedem. Außerdem benötigen Sie bei der Hypnosebehandlung viel Geduld, da es Zeit braucht, bis die Ängste sich lösen. Zusätzlich gibt es Zahnärzte, die Behandlungen unter Hypnose durchführen.
Tipp: Bitte informieren Sie sich bei der Gesellschaft für zahnärztliche Hypnose, wo Sie einen Experten in Ihrer Umgebung finden.
Vollnarkose
Bei der Vollnarkose schläft die Patientin oder der Patient. Er bekommt nichts von der Zahnbehandlung mit. Die Vollnarkose sollte nur im Notfall eingesetzt werden. Häufig sind die Risiken der Narkose deutlich höher als die der Behandlung. Deshalb lehnen viele Zahnärztinnen und Zahnärzte die Narkose ab. Sie sollte nur für Maßnahmen eingesetzt werden, die unter lokaler Betäubung nicht möglich sind.
Lachgas
Lachgas ist angstlösend. Bei der Verwendung von Lachgas bleibt die Patientin bzw. der Patient während der gesamten Zeit ansprechbar. Er bekommt mit, was geschieht und kann mit der Behandlerin bzw. dem Behandler interagieren.
Sedierung
Es gibt bestimmte Medikamente, die Menschen in einen Dämmerschlaf versetzen können. Sie können einfacher aufgeweckt werden als bei einer Narkose und bergen weniger Risiken.
Tipp: Es gibt pflanzliche Mittel, die Sie ebenfalls beruhigen und frei in der Apotheke verkäuflich sind. Diese Medikamente sind nicht so stark, können Angstzustände aber verringern.
Kosten der Behandlungsmöglichkeiten einer Zahnarztphobie
Die gesetzliche Krankenkasse trägt lediglich die Kosten für die örtliche Betäubung. Alle Maßnahmen, die darüber hinaus gehen, müssen Sie privat bezahlen. Die Krankenkassen machen lediglich eine Ausnahme, wenn es ein psychologisches Gutachten gibt, das eine Zahnarztphobie bestätigt.
Eine Vollnarkose kann bis zu 500 Euro kosten. Die Kosten für eine Lachgasbehandlung und eine Sedierung liegen zwischen 150 Euro und 200 Euro.
Mit einer über dentolo auswählbaren Zahnzusatzversicherung können Sie sich auch bei einer Zahnarztphobie gegen hohe Behandlungskosten absichern. Diese Vorteile bietet Ihnen dentolo:
- Rückwirkend bis zu 6 Monate abgesichert – ohne Wartezeit: Auch bei angeratenen oder laufenden Behandlungen und fehlenden Zähnen
- Zusatzleistungen inklusive z. B. Vollnarkose
- Bis zu 1.500 Euro AKUT-Soforthilfe (50% im ersten Jahr)
- Bis zu 100% Erstattung der Kosten
- Keine Wartezeit – Vorteile gelten ab 1. Tag
- Freie Zahnarztwahl – Bei dentolo Zahnärzt:innen erhalten Sie je nach Tarif höhere Erstattungsleistungen als bei Zahnärzt:innen außerhalb des Netzwerks

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