Periimplantitis: Entzündung am Implantat erkennen und behandeln
Eine Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung rund um ein Zahnimplantat. Sie verläuft oft lange schmerzfrei, kann aber unbehandelt zum Verlust des Implantats führen. Wie Sie die Warnsignale früh erkennen, wie die Behandlung abläuft und was sie kostet, erfahren Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zu Periimplantitis in Kürze
- Definition: Bei einer Periimplantitis entzünden sich das Gewebe und der Kieferknochen rund um ein Implantat, wodurch es zu fortschreitendem Knochenabbau kommt.
- Vorstufe: Die periimplantäre Mukositis ist die Vorstufe der Periimplantitis. Dabei ist nur das Zahnfleisch rund um das Implantat entzündet, sodass die Erkrankung bei rechtzeitiger Behandlung noch vollständig umkehrbar ist.
- Behandlung: Im Frühstadium der Periimplantitis reicht oft eine gründliche Reinigung der Implantatoberfläche, bei fortgeschrittenem Knochenabbau wird ein chirurgischer Eingriff nötig.
- Zahnschutz mit dentolo: Die über dentolo erhältliche Zahnzusatzversicherung erstattet professionelle Zahnreinigungen bis zu 100 % und sichert implantologische Leistungen ab. So beugen Sie einer Periimplantitis vor und schützen sich vor hohen Kosten.
Was ist Periimplantitis?
Eine Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat. Betroffen sind sowohl die Schleimhaut als auch der Kieferknochen, der das Implantat hält. Charakteristisch ist der fortschreitende Knochenabbau: Das Implantat verliert nach und nach seine feste Verankerung im Knochen, die sogenannte Osseointegration. Bleibt die Entzündung unbehandelt, drohen Lockerung und Implantatverlust.
Die Periimplantitis ähnelt der Parodontitis am natürlichen Zahn, schreitet aber häufig schneller voran. Der Grund: Dem Implantat fehlt der elastische Faserapparat, der einen natürlichen Zahn im Knochen verankert und das Gewebe widerstandsfähiger gegen Bakterien macht.
Wie verbreitet das Problem ist, zeigen die Zahlen der medizinischen Leitlinie: Laut der S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) und der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) sind rund 22 % der Implantatpatientinnen und -patienten von einer Periimplantitis betroffen.
Periimplantäre Mukositis: die Vorstufe der Periimplantitis
Bevor eine Periimplantitis entsteht, geht ihr fast immer eine periimplantäre Mukositis voraus. Eine unbehandelte Mukositis entwickelt sich innerhalb von 5 Jahren in knapp 44 % der Fälle zu einer Periimplantitis. Mit regelmäßiger zahnärztlicher Vor- und Nachsorge sinkt dieser Wert dagegen auf rund 18 %.
Bei dieser Vorstufe ist die Entzündung noch auf das Weichgewebe begrenzt, also auf die Schleimhaut rund um das Implantat. Der Kieferknochen ist noch nicht angegriffen, vergleichbar mit einer Zahnfleischentzündung am natürlichen Zahn. Der entscheidende Unterschied liegt in der Heilung: Eine Mukositis ist bei rechtzeitiger Behandlung vollständig umkehrbar, während sich der Knochenabbau bei einer Periimplantitis nicht mehr rückgängig machen lässt.
Symptome: Wie macht sich eine Periimplantitis bemerkbar?

Das Tückische an einer Periimplantitis ist ihr schleichender Verlauf. Im Frühstadium verursacht sie meist keine Schmerzen und bleibt deshalb oft lange unbemerkt. Achten Sie daher besonders auf die folgenden Symptome:
- Zahnfleischbluten: Das Zahnfleisch rund um das Implantat blutet wiederholt beim Zähneputzen oder bei Berührung.
- Rötung und Schwellung: Die Schleimhaut am Implantat ist gerötet, geschwollen oder druckempfindlich.
- Eiter: Aus der Tasche rund um das Implantat tritt Eiter aus.
- Mundgeruch: Anhaltender Mundgeruch oder ein schlechter Geschmack gehen von einer bestimmten Stelle aus.
- Zahnfleischrückgang: Das Zahnfleisch zieht sich zurück, sodass Teile des Implantats sichtbar werden.
- Druck oder Schmerz: Beim Kauen entsteht ein Druckgefühl oder ein leichter Schmerz.
- Lockerung: Im fortgeschrittenen Stadium kann sich das Implantat lockern. Das ist ein deutliches Warnsignal für einen weit fortgeschrittenen Knochenabbau.
Bemerken Sie eines dieser Anzeichen, sollten Sie zeitnah einen Termin in Ihrer Zahnarztpraxis vereinbaren. Je früher die Entzündung erkannt wird, desto höher sind die Chancen, das Implantat zu erhalten.
Periimplantitis: Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache einer Periimplantitis sind Bakterien: Sammeln sich am Übergang zwischen Implantat und Krone bakterielle Beläge (Plaque) an, bildet sich ein Biofilm. Dieser reizt das Gewebe und löst die Entzündung aus. Eine unzureichende Mundhygiene ist damit der wichtigste beeinflussbare Faktor. Darüber hinaus erhöhen mehrere Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit, eine Periimplantitis zu entwickeln:
- Rauchen: Nikotin verschlechtert die Durchblutung des Zahnfleisches und schwächt die Heilung. Das Risiko für Raucherinnen und Raucher ist deutlich erhöht.
- Diabetes mellitus: Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker fördert Entzündungen und hemmt die Wundheilung.
- Parodontitis-Vorgeschichte: Wer bereits an einer Parodontitis erkrankt war, hat ein höheres Risiko.
- Zementreste: Verbleibt beim Einsetzen der Krone Befestigungszement unter dem Zahnfleischrand, bietet er Bakterien eine Nische.
- Mangelnde Mundhygiene: Schwer zu reinigende Stellen am Implantat begünstigen die Plaquebildung.
- Zähneknirschen (Bruxismus): Eine dauerhafte Überlastung kann das Implantat zusätzlich schwächen.
Wie wird eine Periimplantitis diagnostiziert?
Um eine Periimplantitis sicher festzustellen, kombiniert die Zahnärztin oder der Zahnarzt mehrere Untersuchungen zu einer gründlichen Diagnostik. Mit einer feinen Parodontalsonde wird zunächst die Sondierungstiefe rund um das Implantat gemessen. Gesunde Werte liegen bei 2 bis 3 Millimetern ohne Blutung, während Tiefen über 4 Millimeter in Kombination mit einer Blutung als Warnzeichen gelten.
Ergänzend zeigt eine Röntgenaufnahme den Zustand des Knochens. Ein Knochenabbau von mehr als 2 Millimetern gegenüber dem Ausgangsbefund nach dem Einsetzen des Implantats bestätigt zusammen mit den Entzündungszeichen die Diagnose. Die Blutung beim Sondieren ist dabei laut der Leitlinie zur Periimplantitis der wichtigste Parameter, um den Verlauf und den Behandlungserfolg zu beurteilen.
Behandlung von Periimplantitis: Ablauf der Therapie
Das Ziel jeder Behandlung von Periimplantitis ist es, die Bakterien auf der Implantatoberfläche zu beseitigen und die Entzündung zu stoppen. Welche Therapie infrage kommt, hängt vom Stadium und vom Ausmaß des Knochenabbaus ab.
Nicht-chirurgische Therapie
Im Frühstadium der Entzündung genügt häufig eine nicht-chirurgische Behandlung. Dabei reinigt die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Implantatoberfläche gründlich und entfernt den Biofilm. Dafür kommen verschiedene Verfahren infrage, etwa spezielle Kunststoff- oder Titaninstrumente, Ultraschall, ein Pulver-Wasserstrahl-System oder unterstützend ein Laser. Anschließend kontrolliert die Zahnarztpraxis den Heilungsverlauf in regelmäßigen Abständen.
Chirurgische Therapie
Ist der Knochenabbau bereits fortgeschritten, wird ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig. Dabei legt die Zahnärztin oder der Zahnarzt das Zahnfleisch zurück, um die Implantatoberfläche unter Sicht zu reinigen. Je nach Befund kommen 2 Verfahren zum Einsatz:
- Bei der resektiven Therapie wird entzündetes Gewebe entfernt und der Knochen geglättet.
- Bei der regenerativen Therapie wird verlorener Knochen mit Knochenersatzmaterial und einer Membran wieder aufgebaut.
Wenn das Implantat nicht zu retten ist
Lässt sich die Entzündung nicht stoppen oder ist das Implantat bereits stark gelockert, bleibt als letzter Schritt die Entfernung (Explantation). Nach dem Abheilen und einem eventuellen Knochenaufbau kann oft ein neues Implantat gesetzt werden. So weit muss es jedoch in den meisten Fällen nicht kommen: Bislang gibt es zwar kein Verfahren, das eine Periimplantitis mit Sicherheit dauerhaft heilt, doch je früher die Entzündung erkannt wird, desto seltener ist ein so eingreifender Schritt, wie die Entfernung des Implantates, überhaupt nötig. Genau deshalb sind Früherkennung und konsequente Nachsorge entscheidend, um das Implantat langfristig zu erhalten.
Was kostet die Behandlung einer Periimplantitis?
Die Kosten einer Periimplantitis-Behandlung hängen stark vom Stadium und vom nötigen Aufwand ab. Die folgenden Werte dienen als grobe Orientierung:
| Behandlungsschritt | Orientierungskosten |
|---|---|
| Professionelle Reinigung der Implantatoberfläche | 80 € bis 200 € |
| Nicht-chirurgische Therapie | 200 € bis 500 € |
| Chirurgischer Eingriff ohne Knochenaufbau | 500 € bis 1.500 € |
| Chirurgischer Eingriff mit Knochenaufbau | 1.000 € bis 3.000 € |
| Entfernung des Implantats (Explantation) | 300 € bis 800 € |
Diese Beträge tragen Patientinnen und Patienten in der Regel selbst. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für das Zahnimplantat meist nicht, da es als Privatleistung gilt. Nur in eng begrenzten medizinischen Ausnahmefällen beteiligt sie sich daran. Für den Zahnersatz auf dem Implantat zahlt sie üblicherweise einen befundbezogenen Festzuschuss. Den verbleibenden Eigenanteil tragen Sie in den meisten Fällen selbst, sofern keine Zahnzusatzversicherung einspringt.
Zahnzusatzversicherung: Absicherung bei Periimplantitis und für Implantate
Ein Zahnimplantat ist eine Investition und sowohl die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen als auch eine mögliche Periimplantitis-Behandlung können teuer für Sie werden. Hier setzt die über dentolo erhältliche Zahnzusatzversicherung an:
Sie erstattet professionelle Zahnreinigungen bis zu 100 %. So unterstützen die Tarife genau die Vorsorgeleistungen, die das Risiko einer Periimplantitis senken können. Darüber hinaus zählen implantologische Leistungen einschließlich Knochenaufbau sowie der auf dem Implantat getragene Zahnersatz zu den erstattungsfähigen Maßnahmen. Unser Rundum-Schutz enthält außerdem:
- Bis zu 100 % Erstattung für Zahnerhalt & Zahnersatz
- Bis zu 2 professionelle Zahnreinigungen im Jahr
- Bis zu 100 % Erstattung für medizinisch notwendige Kieferorthopädie in den Tarifen Premium und Premium Plus
- Kostenloser Schutz für Kinder
- Sofort versichert ohne Wartezeit
- Vollnarkose, Lachgas u.v.m.
Wählen Sie den Tarif, der am besten zu Ihnen passt:

Periimplantitis vorbeugen
Mit der richtigen Pflege lässt sich das Risiko einer Periimplantitis deutlich senken. Entscheidend ist eine konsequente Mundhygiene in Kombination mit professioneller Vorsorge. Diese Maßnahmen schützen Ihr Implantat:
- Gründliche tägliche Reinigung: Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich und reinigen Sie die Zwischenräume mit Interdentalbürsten oder Zahnseide, vor allem rund um das Implantat.
- Professionelle Zahnreinigung: Eine professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal pro Jahr entfernt Beläge dort, wo die häusliche Pflege an ihre Grenzen stößt.
- Regelmäßige Kontrolle: Nehmen Sie die Nachsorgetermine in Ihrer Zahnarztpraxis wahr. Bei erhöhtem Risiko, etwa durch Rauchen oder Diabetes, sind kürzere Intervalle sinnvoll.
- Risikofaktoren reduzieren: Ein Rauchstopp und ein gut eingestellter Blutzucker wirken sich positiv auf die Gesundheit Ihres Implantats aus.
Fazit: Periimplantitis früh erkennen und das Implantat erhalten

Eine Periimplantitis entwickelt sich schleichend und oft schmerzfrei. Genau deshalb ist es so wichtig, auf erste Warnsignale wie Zahnfleischbluten, Rötungen oder Schwellungen am Implantat zu achten. Die Vorstufe, die periimplantäre Mukositis, ist noch vollständig umkehrbar. Der wirksamste Schutz bleibt die Vorsorge: eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige professionelle Zahnreinigungen. Wer ein Implantat trägt oder plant, sichert sich am besten frühzeitig ab.
Mit der über dentolo erhältlichen Zahnzusatzversicherung werden professionelle Zahnreinigungen bis zu 100 % erstattet und implantologische Leistungen abgesichert. So unterstützt dentolo Sie als Partner für Ihre Zahngesundheit dabei, Ihr Implantat zu erhalten – und Sie bleiben finanziell abgesichert.
Sie haben noch Fragen? Wir beraten Sie gerne!
Wir beraten Sie gerne individuell und kostenlos bei der Auswahl des besten Tarifs für Ihre Zahngesundheit. Vereinbaren Sie einfach einen telefonischen Beratungstermin (ca. 15 Minuten). Unsere Kolleginnen und Kollegen stehen Ihnen gerne unverbindlich zur Seite.
Häufig gestellte Fragen zu Periimplantitis
Ist eine Periimplantitis heilbar?
Die Entzündung lässt sich in vielen Fällen stoppen und das Implantat erhalten, vor allem dann, wenn sie früh erkannt wird. Ein bereits entstandener Knochenabbau bildet sich jedoch nicht von selbst zurück. Ein Verfahren, das eine Periimplantitis mit Sicherheit dauerhaft heilt, gibt es bislang nicht. Umso wichtiger sind Früherkennung und konsequente Nachsorge.
Wie lange dauert die Behandlung einer Periimplantitis?
Das hängt vom Stadium ab. Eine nicht-chirurgische Behandlung ist oft in wenigen Sitzungen abgeschlossen, gefolgt von Kontrollterminen. Ein chirurgischer Eingriff mit Knochenaufbau erfordert eine längere Heilungsphase und engmaschige Nachkontrollen über mehrere Monate.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Periimplantitis-Behandlung?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt das Implantat und damit verbundene Leistungen in der Regel nicht, da es als Privatleistung gilt. Für Zahnersatz zahlt sie einen befundbezogenen Festzuschuss. Den Eigenanteil können Sie über eine Zahnzusatzversicherung absichern.
Kann ein Implantat trotz Periimplantitis erhalten bleiben?
Ja, in vielen Fällen. Wird die Periimplantitis frühzeitig behandelt und die Entzündung unter Kontrolle gebracht, lässt sich das Implantat häufig über Jahre erhalten. Voraussetzung ist eine konsequente Nachsorge mit regelmäßiger Kontrolle und guter Mundhygiene.
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